aktuelle Impfungen für jung & alt

Impfen ist eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen, insbesondere bei Kindern. 


Nur wer geimpft ist, ist auch geschützt. Impfungen sollten so früh wie möglich erfolgen. Fehlende Impfungen sollten so bald als möglich − entsprechend den Empfehlungen für das jeweilige Lebensalter − nachgeholt werden. 


Nur wenn möglichst alle Menschen geimpft sind, entsteht eine landesweite Immunität. Das bedeutet, dass indirekt auch Personen geschützt sind, die nicht geimpft werden können, wie zum Beispiel Neugeborene oder Menschen mit bestimmten Beeinträchtigungen des körperlichen Abwehrsystems (Immunsystems).

Folgende Impfungen, die im Rahmen des Impfprogramms angeboten werden, empfiehlt das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz :



  • Informationen für REISE IMPFUNGEN unter   www.bereit-zu-reisen.de  


Aktuelle Impfempfehlungen 2025 

Diphtherie                       Alle 5 Jahre Auffrischung ab dem 25 Lj  > 

Tetanus                             Alle 5 Jahre Auffrischung ab dem 25 Lj  > 

Pertussis
(Keuchusten)                 Alle 5 Jahre Auffrischung ab dem 25 Lj  > 

Pneumokokken           ab dem 60 Lj Auffrischung  (zwei Impfungen Abstand 1 Jahr) 

Herpes Zoster               ab dem 60 Lj Auffrischung (zwei Impfungen Abstand 2 Mon) 

Varizellen
(Windpocken od Feuchtplattern)            bis zum 60 LJ  Empfehlung 

FSME                                   Auffrischung  alle 5 Jahre, ab dem 60 Lj , alle 3 Jahre 

Influenza                          Jährliche Auffrischung  



Info über Arten der Immunisierung

Um den menschlichen Organismus gegenüber krankmachenden Erregern zu schützen, stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung.

Aktive Immunisierung

Der Körper kann durch die Erkrankung selbst oder durch eine Impfung immunisiert werden. Ziel der aktiven Immunisierung   ist es, den Organismus vor den Folgen einer Infektion langfristig zu schützen. Dazu verabreicht die Ärztin/der Arzt abgetötete oder abgeschwächte Krankheitserreger, die selbst keine ernsthafte Erkrankung mehr verursachen können. Dem Körper wird so eine Infektion vorgetäuscht und er wird angeregt, selbst Antikörper (und so genannte Gedächtniszellen) zu bilden. Wenn man sich zu einem späteren Zeitpunkt mit dem echten Erreger ansteckt, können diese schnell aktiv werden und die Erkrankung abwehren. Der Impfschutz bildet sich meist nach einigen Wochen aus und bleibt über mehrere Jahre bestehen. Bei manchen Infektionserkrankungen wirkt der einmal aufgebaute Impfschutz ein Leben lang (z.B. Masern, Mumps).

Passive Immunisierung
Um eine Infektion zu verhindern oder abzuschwächen, werden dem Organismus bereits fertige Antikörper (Immunglobuline) zugeführt. Die verabreichten Antikörper sind sofort wirksam und können den Krankheitserreger oder dessen Giftstoffe in kürzester Zeit unschädlich machen. Allerdings werden sie vom Körper abgebaut, sodass der Schutz nach einer passiven Immunisierung nur wenige Wochen bis maximal drei Monate andauert. Durch die passive Immunisierung kann der Ausbruch einer Infektionserkrankung verhindert werden, nachdem man sich mit einem Krankheitserreger angesteckt hat. Die fertigen Antikörper werden aus der Blutflüssigkeit (Serum) geimpfter Menschen (in seltenen Fällen auch von Tieren) gewonnen oder gentechnologisch hergestellt.

Simultanimmunisierung

Bei der Simultanimmunisierung wird die Patientin/der Patient gleichzeitig aktiv und passiv immunisiert. Damit nützt man die Vorteile beider Maßnahmen. Einerseits tritt durch die passive Immunisierung ein sofortiger Schutz ein. Gleichzeitig wird durch die aktive Immunisierung eine lang anhaltende Immunität erreicht. Die fertigen Antikörper, die der Patientin/dem Patienten verabreicht wurden, schützen bis zur Bildung eigener Antikörper. Die Simultanimmunisierung wird notwendig, wenn sich Personen mit einem Krankheitserreger angesteckt haben, die Impfung schon lange zurückliegt und nicht sicher ist, ob die/der Betroffene gegen diesen Erreger noch geschützt ist.
Eine Simultanimmunisierung wird beispielsweise durchgeführt:

  • als Tetanusprophylaxe (bei Verletzten ohne aktiven Impfschutz) oder
  • als Tollwutprophylaxe (nach Kontakt mit einem Tollwut verdächtigen Tier)


zusammengefasst:

Totimpfstoffe

Totimpfstoffe - oder inaktivierte Impfstoffe - enthalten nur abgetötete Krankheitserreger oder auch nur Bestandteile der Erreger, die sich nicht mehr vermehren können. Sie werden vom Körper als fremd erkannt, worauf das Immunsystem mit der Bildung von Antikörpern beginnt, ohne dass die jeweilige Krankheit ausbricht.

Zu den Totimpfstoffen gehören Impfstoffe gegen Diphtherie, Hepatitis B, Kinderlähmung, Keuchhusten und Tetanus.

Lebendimpfstoffe

Lebendimpfstoffe enthalten geringe Mengen vermehrungsfähiger Krankheitserreger, die jedoch so abgeschwächt wurden, dass sie die Erkrankung selbst nicht auslösen. Eventuell mehr krankheitsähnliche Nebenwirkungen.

Zu den Lebendimpfstoffen gehören beispielsweise Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken.

Impfen im Alter

Bei älteren Menschen wird das Immunsystem schwächer und die Empfänglichkeit für Infektionskrankheiten steigt. Daher raten Mediziner zu Impfungen, um gezielt Abwehrkräfte aufzubauen. Vor allem Risikogruppen, die bereits unter chronischen Erkrankungen leiden, sollten sich vor Influenza, Pneumokokken und Co. schützen, um im Falle einer Infektion schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

 

Mit zunehmendem Alter reduzieren sich die Abwehrkräfte des Immunsystems sowie die Regenerationsfähigkeit. Diese Tatsache spiegelt sich in einer hohen Rate Infektionsbedingter Krankheits- und Sterbefälle bei älteren Patienten wider.

 

Daher kommt dem Impfschutz für Menschen im Alter und ihr Umfeld eine entscheidende Bedeutung zu. „Die Impfung ist die beste Prävention“, sind sich die Experten einig und raten älteren Menschen, sich vor Infektionserkrankungen besser zu schützen:

 

Die Pneumokokken Impfung wird Erwachsenen ab dem vollendeten 50. Lebensjahr empfohlen, da das Risiko für schwere Pneumokokken-Erkrankungen ab diesem Alter deutlich ansteigt. Personen mit vorbestehenden Herz- und Lungenerkrankungen wird diese Impfung besonders nahegelegt. 

 

Die jährliche Influenza Impfung wird grundsätzlich allen Personen empfohlen, insbesondere Personen ab 60, chronisch Kranken (zum Beispiel bei Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes), Menschen mit einem anderen Immundefizit und Personal im Gesundheitswesen. Ältere Personen sind doppelt gefährdet, weil einerseits ihr Immunsystem schwächer wird und andererseits chronische Erkrankungen zunehmen.

 

Jeder sollte zudem gegen Diphterie, Tetanus, Polio und Pertussis (Keuchhusten) geimpft sein. Gerade Keuchhusten wird oftmals unterschätzt, tritt aber v.a. bei Erwachsenen und älteren Patienten häufig auf. Lang anhaltende und starke Hustenattacken können die Lebensqualität der Senioren stark beeinflussen.

 

Mittlerweile gibt es auch eine Impfung gegen Gürtelrose, sodass das Risiko der Erkrankung und der damit verbundenen heftigen und oft langwierigen Nervenschmerzen deutlich sinkt.

„Generell sollte man immer darauf achten, dass der Impfschutz passt“, betonen Ärzte und ergänzen: „Aber insbesondere bei bestehenden Erkrankungen sollte man den Impfstatus genau im Blick haben.“ Das betrifft vor allem ältere, multimorbide Patienten. 

Für sie gilt: „Umso mehr Grunderkrankungen, umso anfälliger sind Patienten für eine Infektion mit schwerwiegenden Komplikationen“, so die Experten.

 

Der Hausarzt prüft den Impfstatus

 

Klarheit über den bestehenden Impfstatus gibt der Bluttest beim Hausarzt. Nutzen Sie den Arztbesuch zur regelmäßigen Überprüfung des Impfschutzes. Der Hausarzt weiß über den Gesundheitszustand seiner Patienten bestens Bescheid und kann die erforderlichen Impfungen auf den individuellen Bedarf abstimmen und über mögliche Nebenwirkungen aufklären. 

Bedenken dahingehend sind manchmal ausschlaggebend, warum Menschen auf Schutzimpfungen verzichten. „Das Nutzen-Risiko-Profil zeigt, dass der Nutzen eindeutig überwiegt“, 


Impfungen 

Überprüfen Sie Ihren Impfschutz besonders gegen folgende Infektionen:

Diphtherie

Lebensgefährliche Infektionskrankheit mit Erstickungsanfällen, häufig Schädigung von Nieren, Nerven, Herzmuskel. Ausgedehnte Epidemien in osteuropäischen Ländern. Gefahr der Wiedereinschleppung.
Bei Erwachsenen mit Tetanus, Keuchhusten oder Polio kombiniert.

Tetanus-Wundstarrkrampf

Höchst gefährliche Infektionskrankheit. Gefahr bei Wunden nach Verletzungen (auch bei Bagatell verletzungen).
Denn: Jeder von uns kann sich einmal verletzen!

Kinderlähmung

Virusinfektion, endet oft mit bleibenden Lähmungen. Kann jederzeit nach Österreich eingeschleppt werden, verläuft bei Erwachsenen besonders gefährlich.
Sollten Erwachsene mit Reisezielen, wo mit Zirkulation von Polioviren (zB: Afrika, Asien) zu rechnen ist, unbedingt beachten.

Keuchhusten

Krampfhusten mit möglichen Komplikationen wie Lungenentzündung etc..
Bei Erwachsenen. Auffrischung ab dem 18. bis 20. Lebensjahr empfohlen.

Pneumokokken – Lungenentzündung

Schwere Infektion, die zu dauernden Herzschäden, Gehirnhautentzündung führen kann. Bei älteren Menschen oftmals mit tödlichem Ausgang.
Alle Erwachsenen ab dem 60. Lebensjahr.

Influenza

Die schwere Virus-Grippe verursacht die meisten Todesfälle unter der älteren Bevölkerung. Schwere Komplikationen möglich.
Alle Altersgruppen, insbesondere bei erhöhter Ansteckungsgefahr (Büro, Verkehrsmittel etc.) sowie ältere Menschen ab dem 60. Lebensjahr.

FSME

Durch Zecken übertragene Gehirn(haut)entzündung mit großem Komplikationsrisiko wie bleibende Lähmungen inklusive möglicher Todesfolge.
Alle, die in ein zeckenverseuchtes Gebiet kommen (Impfung ab dem 60. Lebensjahr alle drei Jahre).

Hepatitis A – epidemische Gelbsucht

Übertragung durch Lebensmittel bei fragwürdigen hygienischen Verhältnissen – auch im südlichen Europa und im Mittelmeerraum. Vorsicht bei Reisen!

Hepatitis B – infektiöse Gelbsucht

Übertragung durch Blutkontakt oder andere Körperflüssigkeiten.
Generell für alle empfohlen, besonders für Personen, die sich einem erhöhten Infektionsrisiko aussetzen.

Masern

Für Erwachsene besonders gefährliche Infektionskrankheit, weltweit am weitesten verbreitet. Entzündungen von Lunge, Mittelohr und Gehirn mit manchmal bleibenden Schäden.
Erwachsene, die gegen Masern nicht immun sind.

Mumps

Virusinfektion, ein- oder beidseitiges Anschwellen der Ohrspeicheldrüsen. Gehirnhautentzündungen, Taubheit, Gefahr von Sterilität. Besonders gefährlich bei Erwachsenen.
Alle Erwachsenen, bei denen der Impfschutz nicht vorhanden und keine Immunität gegeben ist.

Röteln

Besonders gefährlich während der Schwangerschaft. Kann zur Schädigung des Embryos führen.
Frauen, die gegen Röteln nicht immun und nicht schwanger sind sowie Männer, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Feuchtblattern

Infektion mit Zostervirus, mit Fieber, juckendem Ausschlag, Bläschen und Pusteln auch auf den Schleimhäuten. Folgen sind mitunter schwere Mittelohrentzündung, Gehirn- und Lungenentzündung, mögliche Fehlbildungen von ungeborenen Kindern und Komplikationen bei der Geburt.
Frauen, die nicht immun und im gebärfähigen Alter sind.

Gürtelrose – Herpes zoster

Die als Komplikation als Folge der Gürtelrose auftretenden, oft monatelang dauernden, heftigen Schmerzzustände sind mit zunehmendem Alter häufiger.
Ab dem Alter von 50 Jahren. 

SVS (Respiratorisches Synzytial Virus) 

Eine RSV-Erkrankung kann höchst unterschiedlich verlaufen, ist aber vor allem durch unspezifische Symptome sowie Symptome im Bereich der Atemwege gekennzeichnet. Die Infektion ist üblicherweise selbstlimitierend, kann jedoch insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern, Personen im fortgeschrittenem Alter und - vom Alter unabhängig - bei Personen mit bestimmten Vorerkrankungen/Therapien mit Komplikationen bis hin zum tödlichen Ausgang einhergehen. Während bei Kindern eine RSV-Infektion der häufigste Grund für einen Krankenhausaufenthalt in den Wintermonaten ist, ist dies bei Personen im Alter von 6 bis 60 Jahren hauptsächlich bei bestimmten bestehenden Grunderkrankungen der Fall. Die Übertragung von RSV erfolgt von Mensch zu Mensch, vor allem durch Tröpfcheninfektion. 
Ab einem Alter von etwa 60 Jahren steigt die Zahl der schweren RSV-Erkrankungen wiederum erneut stark an. 


 

Auszüge Quelle/Text : Ärztekammer Österreich , GSK

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